Ratgeber, mit Zahlen statt Meinung
ERP anbinden,
ohne das ERP anzufassen
Die häufigste Anforderung im Mittelstand und die mit den meisten gescheiterten Angeboten: Ein zweites System soll mit dem ERP sprechen, und niemand weiß vorher sicher, ob das ERP mitspielt. Deshalb kommt der Preis erst nach dem Blick hinein und nicht davor. Was ich vorher sagen kann, steht hier.
Die vier Wege, in absteigender Bequemlichkeit
Erstens: eine dokumentierte Schnittstelle. Der beste Fall, weil Berechtigungen und Grenzen klar sind. Zweitens: ein Datenbankzugriff, meist lesend. Funktioniert gut, verlangt aber Sorgfalt, weil Sie an der Struktur hängen und nicht an einem Vertrag. Drittens: Datei-Austausch über einen gesicherten Transfer. Unmodern, extrem robust, und in der Praxis häufiger die richtige Antwort, als Ihnen lieb ist. Viertens: eine gesteuerte Eingabe, also Automatisierung der Bedienoberfläche. Letzte Wahl, weil sie bei jedem Update brechen kann, aber manchmal die einzige.
Ein gebautes Beispiel für den dritten Weg
Für einen Dienstleister läuft die Auftragsübernahme genau so: eingehende Aufträge werden ausgelesen, in exakt das 28-spaltige Format des Zielsystems gebracht, per gesichertem Transfer übertragen, auf Erfolg oder Fehler geprüft und einzeln protokolliert. Kein moderner Weg, aber ein zuverlässiger, und die tägliche Handarbeit ist damit vollständig entfallen. Das ist der Punkt: gewählt wird der Weg, der trägt, nicht der, der sich gut anhört.
Die fünf Fragen, die vor jedem Angebot geklärt sein müssen
Gibt es eine Schnittstelle, und in welcher Version. Wer erteilt die Zugänge und wie lange dauert das im Haus. Was ist das führende System bei Konflikten, ERP oder das andere. In welche Richtung fließt was, und was passiert bei einem Fehler mittendrin. Und schließlich: gibt es eine Testumgebung, oder wird gegen den Produktivbestand entwickelt. Wer ohne Antworten auf diese fünf Fragen einen Festpreis nennt, rät.
Warum das ERP dabei nicht angefasst wird
Änderungen im ERP-Kern sind teuer, gefährden Ihren Wartungsvertrag und binden Sie an einen einzigen Anbieter. Der Regelfall ist deshalb, dass das ERP unverändert bleibt und die Automatisierung an den Rändern entsteht: davor beim Eingang, dahinter bei Auswertung und Übergabe. Das ist billiger, sicherer und lässt sich zurückbauen.
Fragen, die dabei aufkommen
Unser ERP-Anbieter sagt, es gehe nur über ihn.
Manchmal stimmt das, oft ist es eine Vertriebsaussage. Prüfbar ist es an genau einer Frage: Gibt es eine dokumentierte Schnittstelle, einen Datenbankzugang oder einen Datei-Import. Wenn alle drei ausgeschlossen sind, ist die Aussage belastbar, sonst nicht.
Was kostet eine Anbindung?
Ein abgegrenzter Umfang startet bei 6.900 € Festpreis. Die Spanne nach oben hängt an der Zahl der Objekte, der Fließrichtung und daran, ob es eine Testumgebung gibt. Genau deshalb gibt es das Audit für 490 €, das auf den Sprint angerechnet wird: danach steht ein Preis, den ich unterschreibe.
Wie lange dauert es?
Zwei bis vier Wochen für einen ersten Umfang ist der Normalfall. Die Verzögerungen entstehen fast nie beim Programmieren, sondern bei Zugängen und Freigaben im Haus.
Was passiert bei einem ERP-Update?
Bei Schnittstelle oder Dateiaustausch meistens nichts. Bei gesteuerter Eingabe kann es brechen, und deshalb wird dieser Weg nur gewählt, wenn es keinen anderen gibt, und dann mit Überwachung, die Ihnen den Bruch meldet, bevor jemand ihn bemerkt.
Was es kostet, wenn Sie es bauen lassen
Die Preise stehen offen auf der Seite: kostenlose Analyse, Audit 490 €, Build-Sprint ab 6.900 € Festpreis, Betrieb ab 2.900 € im Monat. Die ausführliche Aufschlüsselung steht hier, samt der vier Faktoren, die den Preis wirklich treiben.
Welche zwei Systeme sollen bei Ihnen miteinander reden?
Nennen Sie mir beide. In 72 Stunden bekommen Sie schriftlich, welcher der vier Wege bei Ihnen realistisch ist, was die Handarbeit heute kostet und wie ein erster Umfang aussehen würde.
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